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Neue Paper von IJ-Forschenden erschienen

Kürzlich sind neue Paper von Prof. Wiebke Möhring und Dr. Timo Lenk erschienen – zu lokalen Medien und demokratischen Einstellungen, dem Ursprung des Begriffs FIMI, einem Mehrebenenmodell für manipulative Narrative und Informationsmanipulation als einheitlichem Konzept. Die Beiträge wurden in Journalism, Defence Strategic Communications, Humanities and Social Sciences Communications und dem International Journal of Strategic Communication veröffentlicht.

 

Dogruel, L., Henke, J. & Möhring, W. (2026). The democratic value of local information: How journalistic and non-journalistic sources relate to community attachment, civic engagement, and democratic attitudes. Journalism 0(0) (online first). https://doi.org/10.1177/14648849261498952

Im Zentrum der Studie steht die Frage, inwiefern die Nutzung lokaler Informationen mit der Integration in die Gemeinschaft und mit politischen Einstellungen zusammenhängt. Anhand von Befragungsdaten wurde untersucht, wie die Nutzung journalistischer und nicht-journalistischer lokaler Informationsquellen – etwa kommunale Webseiten, Facebook-Gruppen oder persönliche Gespräche – mit Gemeinschaftsgefühl, bürgerschaftlichem Engagement, Zufriedenheit mit der lokalen Demokratie und Vertrauen in die Lokalpolitik zusammenhängt. Die Ergebnisse zeigen, dass – im Einklang mit der bisherigen Forschung – die häufige Nutzung lokaler Medien positiv mit einer stärkeren Verbundenheit mit der Gemeinschaft, einem höheren bürgerschaftlichen Engagement sowie positiveren Bewertungen der Lokalpolitik und der lokalen Demokratie assoziiert ist. Auch nicht-journalistische Quellen zeigen Effekte; im Vergleich dazu sind lokale Medien jedoch stärkere Prädiktoren für die Verbundenheit mit der Gemeinschaft, die Zufriedenheit mit der lokalen Demokratie und das Vertrauen in die Lokalpolitik, nicht jedoch für das bürgerschaftliche Engagement. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit, die wachsende Vielfalt lokaler Informationsquellen in hybriden Medienumgebungen und deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Integration genauer zu beleuchten.

 


 

Lenk, T. & Neylan, J. (2026). How the term FIMI took shape: told by those involved. Defence Strategic Communications 17. 

Der Beitrag untersucht die Entscheidungsprozesse hinter der Einführung des Begriffs Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI) durch den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) und zeichnet die (geo)politischen Ereignisse nach, die den Begriff geprägt haben. Auf Grundlage narrativer Experteninterviews stellt er erstmals die Perspektiven zentraler Beteiligter in diesem Adoptionsprozess in den Mittelpunkt. FIMI verlagert den Fokus vom Inhalt auf manipulatives Verhalten, ist gemäß dem Mandat des EAD auf ausländische Akteure beschränkt und ermöglicht Sanktionen. Offen bleiben das Verhältnis zu Cyber- und hybriden Bedrohungen sowie die Frage, wer die Verantwortung für die Attribution trägt.

 


 

Lenk, T. (2026). Towards a deeper understanding of information manipulation: Proposing a multilevel framework for the analysis of manipulative narratives. Humanities and Social Sciences Communications 13, 343. doi.org/10.1057/s41599-026-06656-8

Ausgangspunkt ist, dass nicht per se Lügen, sondern Narrative die Wahrnehmung von Wirklichkeit prägen und bestehende Überzeugungen und Vorurteile verstärken. Der Beitrag schlägt ein Mehrebenenmodell vor, mit dem sich narrative Muster aufschlüsseln lassen. Es integriert Framing- und Narrativansätze auf vier Ebenen: semantische Frames, strategische Narrative, Master-Narrative und Meta-Frames. In einer Fallstudie aus dem Projekt ADAC.io zur Europawahl 2024 wird das Modell auf 27 Narrative von russischen Propagandamedien und rechten Onlineportalen angewendet, die die EU-Klimapolitik angreifen. Die Analyse identifiziert drei Master-Narrative zur Diskreditierung von EU-Institutionen: Die EU unterdrücke die Bevölkerung ihrer Mitgliedsstaaten, die EU trete in Afrika als neokolonialer Akteur auf, und die EU-Wirtschaft befinde sich im Prozess der Deindustrialisierung. Zugehörige Narrative greifen reale Missstände auf, knüpfen an wiederkehrende Propagandamotive an und widersprechen einander.

 


 

Lenk, T. (2026). Democracy Under Pressure from Outside and Within: Introducing the Concept of Information Manipulation to Strategic Communication Research. International Journal of Strategic Communication, 1–22. doi.org/10.1080/1553118X.2026.2655654

Dieser konzeptionelle Beitrag nähert sich dem Begriff der Informationsmanipulation aus der Perspektive der strategischen Kommunikation. Statt inländische und ausländische Desinformation als getrennte Phänomene zu behandeln, führt er Informationsmanipulation als einheitliches Konzept ein, das beide umfasst. Dazu werden Facetten rechtspopulistischer Kommunikation als inländisches Gegenstück zu ausländischen Manipulationskampagnen konzeptualisiert und die wechselseitige Verflechtung beider Formen aufgezeigt. Der Beitrag fragt, was dies für die Forschung zu Strategischer Kommunikation und für die Demokratie bedeutet. Er plädiert für einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz zur Stärkung der Informationsresilienz, zu dem Strategische Kommunikation beitragen kann.

 

© Andrey Popov / iStock

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