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Neues E-Book nimmt öffentliche Kommunikation von EZB und Bundesbank unter die Lupe

Der Lehrstuhl Wirtschaftspolitischer Journalismus hat ein E-Book mit Forschungspapieren seiner Absolventinnen und Absolventen zum Thema Kommunikation in der Geldpolitik herausgegeben.

Öffentliche Kommunikation wird immer wichtiger für die Geldpolitik. Dass Zentralbanken auf der ganzen Welt inzwischen aktiv kommunizieren, hat tiefgreifende Gründe: Als ab den 1990er Jahren immer mehr Währungsbehörden politisch unabhängig wurden, stellten sich Fragen nach ihrer Rechenschaftspflicht und Legitimität. Schließlich ist es in demokratischen Systemen Sache des Parlaments, über die Verteilung des Geldes zu entscheiden. Da die Geldpolitik zwangsläufig mit einer gewissen Umverteilung von Einkommen und Vermögen verbunden ist, entstand ein Demokratiedefizit, das die Zentralbanken durch mehr Transparenz auszugleichen versuchten. Eine intensivere öffentliche Kommunikation sollte Einblicke in ihr Handeln geben.

Mittlerweile ist die Kommunikation in der Geldpolitik auch ein Thema für die Kommunikationswissenschaft – und damit für Abschlussarbeiten in den Studiengängen Wirtschaftspolitischer Journalismus (BA) und Economics & Journalismus (MA) am Institut für Journalismus. Sechs davon haben Eingang in das E-Book gefunden.

Zwei Inhaltsanalysen beschäftigen sich mit den Pressekonferenzen der Europäischen Zentralbank (EZB) während der Finanzkrise von 2007 bis 2009 sowie während der Phase der quantitativen Lockerung. Eine literaturbasierte Arbeit fokussiert die Bedeutung der Forward Guidance für Zentralbanken und bemüht einen Querschnitt durch die Forschungsliteratur, die die Wirkungskanäle und die Effektivität der Forward Guidance untersuchen. In einem weiteren Aufsatz stehen Interviews mit Finanzjournalisten im Fokus, die Strategien der Öffentlichkeitsarbeit der EZB und der Bundesbank vergleichen.

In einem Forschungspapier wird mittels Themenmodellierung die Berichterstattung über die beiden ehemaligen Bundesbankpräsidenten Axel Weber und Jens Weidmann in deutschen Zeitungen analysiert. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Berichterstattung über den ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi in der französischen und deutschen Presse und verdeutlicht die fragmentierte transnationale Mediensphäre, mit der die EZB konfrontiert ist. 

„Ich war der Meinung, dass die Ergebnisse der Abschlussarbeiten interessant genug sind, um sie einer breiteren akademischen Leserschaft zugänglich zu machen. Daher habe ich die Autorinnen und Autoren gebeten, die Essenz ihrer Ergebnisse zu extrahieren und sie in englischsprachige Forschungspapiere zu übertragen“, sagt Henrik Müller, Professor für Wirtschaftspolitischen Journalismus am ij, der gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Tobias Schmidt, unterstützt von den Absolventen Janis Beenen und Timo Halbe, den englischsprachigen digitalen Sammelband herausgegeben hat.

Das E-Book wurde über das Eldorado-Repositorium der TU Dortmund veröffentlicht und kann dort kostenlos heruntergeladen werden.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Prof. Dr. Henrik Müller

 

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Bild: istockphoto.com/Yavuz Meyveci

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